Kolumbarium St. Mauritius

Die Katholische Dompropsteigemeinde Minden eröffnete das Kolumbarium St. Mauritius in der Oberen Altstadt.

„Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, wer sich nach ihrem Tod um ihr Grab kümmert“, berichtet Pastor Andreas Kreutzmann von der Dompropsteigemeinde Minden. Grabpflege sei arbeitsintensiv, Angehörige wohnten oft weit weg. „Nicht zuletzt deshalb entscheiden sich heute viele Menschen für eine Feuerbestattung. Gleichzeitig wünschen sie sich einen würdevollen Ort, an dem ihre Urne beigesetzt wird.“

Pastor Andreas Kreutzmann und Gabriele Jacob von der
Verwaltung des Kolumbariums. Foto: privat

Dieser Ort solle eine Stätte sein, die Ruhe ausstrahle und den Hinterbliebenen Raum zur Trauer, zur Besinnung und zum Gedenken biete. „Genau das ermöglicht ein Kolumbarium, wie es die Katholische Dompropsteigemeinde Minden in der St. Mauritiuskirche eingerichtet hat“, erläutert Propst am Dom Roland Falkenhahn, „und das als Begräbnisstätte zur Beisetzung von Urnen dient.“

Mit dem Kolumbarium St. Mauritius und dem gleichzeitig entstehenden Kompetenzzentrum Trauerpastoral wolle die Domgemeinde die Trauer- und Begräbniskultur fördern und aus christlicher Perspektive gestalten, betont Andreas Kreutzmann. Dazu gehöre im Wesentlichen, die christliche Auferstehungshoffnung zu verkünden, sie lebendig zu halten, für eine lebensfreundliche Bestattungs- und Trauerkultur zu sensibilisieren und sie zu ermöglichen. „Und das an einem Ort, der seit Jahrhunderten für christliches Leben im Zentrum Mindens steht.“

Denn die Ursprünge der Kirche St. Mauritius reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück, als Bischof Bruno südwestlich des heutigen Hauptbahnhofes das Benediktinerkloster St. Mauritius gründete, erinnert Kreutzmann. 1434 wurde das Kloster vom östlichen Weserufer an den heutigen Pauline-von-Mallinckrodt- Platz in unmittelbarer Nähe der Simeonskirche verlegt. „Das Kloster überstand die Reformation, wurde aber im Rahmen der Säkularisierung 1810 aufgehoben. Es diente dann als Pferdestall, Lazarett und als Magazin der Soldaten“, blickt der Pastor in die Geschichte. Nach 140 Jahren militärischer Nutzung konnte es 1950 - als der Dom nach der Bombardierung Ende des Zweiten Weltkriegs in Trümmern lag - wiederhergerichtet werden. Bis heute dient der Kirchraum als Gottesdienstort - und zukünftig auch als Kolumbarium.

Das Kolumbarium St. Mauritius diene der Beisetzung der Totenasche von Christen, deren Religionsgemeinschaft Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist, oder von Personen, die sich mit der vom Träger des Kolumbariums vorgesehenen Art und Weise einer christlichen Beisetzung einverstanden erklärten, erläutert Propst Roland Falkenhahn. In den Räumen des Kolumbariums werde außerdem das Kompetenzzentrum Trauerpastoral entstehen, in dem Menschen aus der Region auf Wunsch unterschiedliche Begleitangebote, Trost, Stärkung und Möglichkeiten zur Begegnung mit anderen Betroffenen fänden.

Dazu sei vor zwei Jahren im Rahmen der vom Erzbistum Paderborn geförderten experimentellen und innovativen Projekte für die Erarbeitung und priesterliche Begleitung des Kompetenzzentrums Trauerpastoral eine halbe Personalstelle eingerichtet worden, so Falkenhahn. Mit dieser Aufgabe ist Pastor Andreas Kreutzmann zurzeit noch beauftragt, der aber ab August eine neue Aufgabe in Paderborn übernimmt. Als Nachfolger steht bereits Pastor Stephan Berkenkopf fest, der im Oktober nach Minden kommt.

„Beisetzungen im Kolumbarium können in unterschiedlicher Weise stattfinden“, betont Andreas Kreutzmann. So seien Urnenbeisetzungen von einem Geistlichen oder einem beauftragten Laien der jeweiligen Konfession möglich. Die Beisetzung sei mit einer Eucharistiefeier oder mit einem Wortgottesdienst möglich. Verschlossen werde die Grabstätte mit einer einheitlich gestalteten satinierten Glasplatte, die mit dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten beschriftet sei. Diese Platte könne mit einem Schmuckelement, aus einer vom Träger bereitgestellten Auswahl, gestaltet werden.

In einem ersten Bauabschnitt wurden im Kreuzgang von St. Mauritius Plätze für 120 Urnen erstellt. In weiteren Bauabschnitten könne auch unter Einbeziehung von Teilen des Kirchenraumes das Kolumbarium erweitert werden, erläutert der Baumeister für Ingenieurbau und Mitglied des Vermögensverwaltungsrates der Domgemeinde, Rudolf Bilstein, der die Planungen durchführte. Die Ruhefrist betrage 20 Jahre, danach werde die Urne in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. „Eine Verlängerung der Ruhefrist ist möglich“, sagt Andreas Kreutzmann. Ein Urnenplatz könne bereits zu Lebzeiten erworben werden.

In einem ersten Bauabschnitt wurden im Kreuzgang von St. Mauritius Plätze für 120 Urnen erstellt. Auch unter Einbeziehung des Kirchraumes kann das Kolumbarium erweitert werden. Fotos: privat

Weitere Informationen unter www.kolumbarium-minden.de